Schlingnatter (Coronella austriaca)
 
Merkmale
- Grundfarbe variiert von grau, braun, olivgrün bis zu rötlichbraun oder lehmgelb
- am Kopf dunkler Fleck, der oft zweischenklig über den Nacken reicht
- Körper mit dunklen paarigen Flecken
- dunkler Wangenstreifen
- runde Pupille
- meist unter 60 cm, selten bis 75 cm lang
 
Lebensraum und Verbreitung
Schling- oder Glattnattern besiedeln sonnige, trockene Biotope. Oft halten sie sich in südexponierten Hanglagen mit steinig-sandigem Untergrund auf. Übergangszonen zwischen offenen und bewaldeten Bereichen mit einem Mosaik aus niedriger Vegetation, einzelnen Büschen und unbewachsenen Stellen werden bevorzugt. Im Talraum sind Bahndämme wichtige Lebensräume. Außerhalb ihrer Verstecke bewegen sich Schlingnattern fast nur im Schutz der Pflanzendecke. Nur bei hoher Luftfeuchtigkeit und milden Temperaturen halten sie sich im offenen Gelände auf. An heißen Tagen bleiben sie meist unter Steinen oder in der Bodenvegetation versteckt. Schlingnattern fressen Blindschleichen, Eidechsen und Jungschlangen, aber auch Kleinsäuger und junge Vögel werden erbeutet. Die Beute wird umschlungen und gewürgt, um sie kampfunfähig zu machen.
Von der Schlingnatter existieren nur wenige lückige Nachweise aus Vorarlberg, aus denen sich bisher nur Hinweise auf die Verbreitung dieser Art in Vorarlberg ableiten lassen. Stark gezeichnete Exemplare werden immer wieder mit Kreuzottern verwechselt. Am kaum vom Körper abgesetzten Kopf und den runden Pupillen lässt sich eine Schlingnatter sicher von einer Kreuzotter unterscheiden.
 
Verbreitungskarte (Stand 2008)
 
Fortpflanzung
Die Paarungszeit erstreckt sich von April bis Mai. Nach vier bis fünf Monaten werden zwischen drei und 15 Jungtiere geboren. Bei der Geburt sind die von Anfang an selbstständigen Schlangen etwa 15 cm lang.
 
Feinde und Gefährdung
Zu den Feinden zählen Greifvögel und räuberische Säugetiere, zB Marder, im Siedlungsgebiet auch Hauskatzen. Aufgrund ihrer geschmeidigen Bewegungen sind selbst in trockenem Laub kriechende Tiere kaum zu hören. Bei Störungen verharren sie meist unbeweglich an Ort und Stelle und verlassen sich auf ihre Tarnung. Bei Bedrohung beisst die ungiftige Schlange zu.
Aufgrund ihrer ökologischen Ansprüche reagiert die Schlingnatter sehr sensibel auf Lebensraumveränderungen und zählt zu den gefährdeten Arten.
 
In anderen Sprachen...
Smooth Snake (englisch)
Coronelle lisse (französisch)
Colubro lisico (italienisch)
Culebra lisa europea (spanisch)
Hasselsnok (schwedisch)
Neidr fraigh (walisisch)
Gjarpri i zi (albanisch)