Fadenmolch (Lissotriton helveticus )
 
Merkmale
gelbe bis braune Grundfarbe
Bauchseite gelb bis gelborange, ungefleckt, selten leicht gepunktet
Männchen zur Paarungszeit mit 4 bis 8 mm langem Schwanzfaden und dunklen Schwimmhäuten an den Hinterfüßen
kleinste heimische Molchart, Weibchen bis zu 9 cm, Männchen bis zu 7,5 cm groß
Weibchen, Männchen in Landtracht und Larven ähneln stark dem Teichmolch/TD>
 
Lebensraum und Verbreitung
Der Fadenmolch besiedelt mit Vorliebe Waldlandschaften vom Talraum bis in Mittelgebirgslagen. Auch seine Laichgewässer, Tümpel und Teiche liegen oft im Wald oder zumindest in Waldnähe. Im Frühling machen sich die Tiere auf den Weg zu den Gewässern, wo sie sich vor allem am Gewässergrund oder in dichtem Pflanzenbewuchs aufhalten. Sie bleiben meist bis im Juni im Wasser, danach kehren sie zum Landleben zurück und verbringen den Tag in Verstecken, zB unter Holz oder Steinen. In der Nacht gehen sie auf Nahrungssuche und erbeuten Insekten, kleine Würmer und Nacktschnecken. Die Landlebensräume liegen meist in der Nähe der Fortpflanzungsbiotope - Fadenmolche entfernen sich maximal etwa 400 m vom Gewässer, meist nicht mehr als 100 m.
Der Fadenmolch wurde erst im Mai 2008 das erste Mal sicher für Vorarlberg und Österreich nachgewiesen. Walter Niederer und Markus Grabher haben zwei Tiere im Rheindelta gefunden. Das Vorarlberger Vorkommen liegt an der östlichen Verbreitungsgrenze der Art.
 
Fadenmolch neu für Österreich
Verbreitungskarte (Stand 2008)
 
Fortpflanzung
Fadenmolchmännchen umwerben die Weibchen mit einem Balztanz. Es dauert mehrere Wochen, bis die Weibchen dann etwa 400 Eier einzeln an Wasserpflanzen abgelegt haben. Daraus schlüpfen Molchlarven mit einer gelblich bis braunen Grundfärbung, die jenen des Teichmolchs zum Verwechseln ähnlich sehen. Faden- und Teichmolch sind sehr eng miteinander verwandt. Sie sind sogenannte „Geschwisterarten“, die sich aus einer gemeinsamen Stammform entwickelt haben. Bis sich die Larven zu kleine Molchen umwandeln, vergehen drei bis vier Monate.
 
Feinde und Gefährdung
Zu den Feinden des Fadenmolchs zählen Fische, Vögel und Ringelnattern.
Wie praktisch alle heimischen Amphibien ist der Fadenmolch durch den Rückgang geeigneter Laichgewässer bedroht.
 
In anderen Sprachen...
Palmate newt (englisch)
Triton palmé (französisch)
Tritone palmato (italienisch)
Tritón palmeado (spanisch)
Tritão-palmado (portugiesisch)
Traszka helwecka (polnisch)
Vinpootsalamander (niederländisch)