Artenschutz
Amphibien und Reptilien zählen weltweit zu den am meisten gefährdeten Tiergruppen. In Vorarlberg sind alle Arten gesetzlich geschützt. Es ist verboten, Amphibien und Reptilien einschließlich ihrer Entwicklungsformen absichtlich zu beunruhigen, zu fangen oder zu töten. Ihre Fortpflanzungsstätten dürfen nicht absichtlich entfernt oder zerstört werden.

Trotzdem sind einige Arten in Vorarlberg selten geworden. Schutzmasssnahmen sind deshalb wichtig. Hierzu zählen:

•  Schutz der Amphibienwanderung an Straßen
Nur wenige Amphibienarten leben ganzjährig an einem Gewässer. Der Großteil wandert zwischen Laichgewässer und Landlebensraum. Auf ihrer Wanderung sind die Tiere vielen Gefahren ausgesetzt. Besonders der Straßenverkehr verursacht große Verluste. Alleine in Österreich werden jedes Jahr schätzungsweise fünf Millionen Amphibien überfahren. Amphibienschutzzäune sind eine wirksame Maßnahme, dies zu verhindern. Engagierte Helfer, die Tiere sicher über die Straße bringen, tragen zum Schutz und Erhalt der heimischen Amphibienfauna bei und erfassen gleichzeitig auch wertvolle Daten. Zählprotokolle, die über Jahre hinweg gesammelt werden, sind von großem Wert für die Dokumentation langfristiger Bestandsentwicklungen.

Amphibienschutz an Straßen - Schutz für Frösche, Kröten und Molche
Zähl­forumlar Amphi­bien­zaun als pdf (11 kb)
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•  Anlage von Amphibienlaichgewässern
Mit Ausnahme des Alpensalamanders sind alle heimischen Amphibien auf geeignete Laichgewässer angewiesen. Die Ansprüche an die Gewässer variieren von Art zu Art. Das Spektrum reicht von Regenwasserpfützen und Radspurtümpeln über Gräben und kleinere Weiher bis zu größeren Teichen und Seen. Ideal sind mehrere unterschiedlich gestaltete Gewässer anstelle eines einzigen Großgewässers. Wichtig ist zudem, dass die Gewässer frei von Fischen sind und von Zeit zu Zeit gepflegt werden, um ein Verlanden zu verhindern.

Amphibienlaichgewässer anlegen - Neue Lebensräume für Frösche, Kröten und Molche

•  Anlage von Strukturelementen für Reptilien
Eidechsen, Schlangen und Blindschleichen benötigen vielfältige Lebensräume mit Sonnenplätzen zum Aufwärmen, Versteckmöglichkeiten, Paarungs- und Eiablagestellen, Jagdrevieren und frostfreien Winterquartieren. Neben der naturnahen Pflege und Nutzung der Landschaft ist deshalb die gezielte Anlage von Strukturelementen - unverfugte Trockenmauern, Steinhaufen oder Asthaufen - ein wichtiger Beitrag zum Schutz von Reptilien.

Reptilien schützen - Lebensräume für Eidechsen und Schlangen

•  Vermeidung der Fallenwirkung
An Gebäuden und Verkehrswegen gibt es meist zahlreiche Gefahrenstellen für Amphibien und andere Kleintiere – beispielsweise Lüftungsrohre, Lichtschächte, Kellertreppen und andere Strukturen mit senkrechten Wänden. An Straßen sind es vor allem die Gullys zur Straßenentwässerung, im Berggebiet auch Weidroste, die häufig zu tödlichen Fallen werden. Meist lässt sich dieses Problem einfach lösen, indem Ausstiegshilfen installiert werden.

karch.ch - Amphibienschutz in Entwässerungsanlagen
Artenschutz an Gebäuden - Lebensraum für Tiere
Straßen und Wildtiere - Verkehrswege als Barrieren
Forst- und Güterwegebau - Ein ökologisches Problem?

•  naturnahe Pflege und Nutzung der Landschaft
Grundsätzlich bevorzugen Amphibien und Reptilien naturnahe – also nicht zu intensiv genutzte – Lebensräume. Eine nicht zu unterschätzende Gefahr ist die Mahd von Wiesen und Böschungen, der zahlreiche Tiere zum Opfer fallen. Dabei ist die Art der Mahd von entscheidender Bedeutung: Die Mortalitätsrate kann bei Rotationsmähwerken (Kreiselmäher, Mulcher) doppelt so hoch sein wie bei schneidenden Mähwerken!
Bei der Pflege von Entwässerungsgräben sind es vor allem Grabenfräsen, die unweigerlich den Tod unzähliger Amphibien bedeuten und auf deren Einsatz deshalb verzichtet werden sollte.

Tierschonende Mahd - Rücksicht auf Wiesenbewohner
Entwässerungsgräben - Naturnahe Pflege fördert die Artenvielfalt